Deutsche Meisterschaften 2024 in Essen-Vogelheim. Stechen in der Damenkategorie

Deutsche Meisterschaften 2024 – Essen-Vogelheim

Nachtrag zu den Deutschen Meisterschaften

Vom 15. bis zum 18. August fanden die Deutschen Cobigolfmeisterschaft in Essen-Vogelheim statt. Bereits 2020 sollten die Meisterschaften nach Essen kommen. Die Corona-Pandemie verhinderte allerdings die Umsetzung. Zehn Jahre nach den letzten Meisterschaften in Vogelheim, freute sich der 1. Essener CGC Blau-Gold über ein 90 Personen starkes Teilnehmerfeld, zu dem unter anderem prominente Spielende gehörten, wie beispielsweise die Nationalkaderspieler Nicole Warnecke und Jonas Rabe. Auch Vertreter der neuen Cobigolfvereine VfB Osnabrück und MGF Waldshut waren mit von der Partie. Eine Deutsche Meisterschaft auszurichten bringt viel Arbeit mit sich und benötigt viel Zeit. Arbeit und Zeit, die die Mitglieder des 1. Essener CGC Blau-Gold investierten. In Gesprächen mit der Stadt wurde die Stellfläche vor der Cobigolfanlage wieder hergerichtet, nachdem sie vor allem vom benachbarten Fußballverein als Parkplatz zweckentfremdet und damit ramponiert wurde. Auch für den maroden Toilettencontainer, welcher bereits seit Jahren bei der Stadt bemängelt wird, wurde Ersatz geschaffen. Zudem wurden die Büsche zur Straße geschnitten und die Anlage in einen erstklassigen Zustand versetzt. Ein großes Zelt wurde auf der Stellfläche vor der Anlage aufgebaut, neben dem verschiedene kleine Zelte Platz für die Verpflegung boten.

Glasaugen-Diskussion überschattet Monta-Pokal

Am Wochenende vor dem Meisterschaften wurde traditionell das Monta-Pokal-Turnier als Warm-up durchgeführt, bei dem Michel Zazzi das beste Turnierergebnis mit 89 Schlägen erzielte. Das Turnier wurde im Vorfeld von einigen wenige Chaoten überschattet, die andeuteten, wieder Steine und „Glasaugen“ als Spielmaterial einzusetzen. Diese Bälle werden seit der DM 2002 nicht mehr gespielt, da die Stadt mit einer Schließung der Anlage gedroht hat, nachdem sich Anwohner über den tagelangen Lärm beschwert hatten. Gebetsmühlenartiges Bitten und Respektieren der bestehenden Regeln des Veranstalters wurden ignoriert – die Situation wurde sogar durch das Einschalten des DMVs weiter eskaltiert. Dem Ausrichter sprang der DMV-Lehrwart Sebastian von Block höchstpersönlich zur Seite, untersagte den Einsatz der Bälle und übernahm sogar die Aufgabe des Oberschiedsrichters.

Das Miteinander im Mittelpunkt

Worum es bei den Deutschen Meisterschaften doch eigentlich geht ist das Miteinander der „Cobigolf-Familie“. Die Tage bis zu der Turniereröffnung am Mittwoch liefen dementsprechend harmonisch ab. Der Verein organisierte ein Team aus nichtspielenden Helfenden, um den eigenen Spielern ein Fokussieren auf die Sportveranstaltung zu ermöglichen und eine Doppelbelastung so gut es ging zu nehmen. Das vereinsübergreifende Verpflegungsteam um Olga bot täglich wechselnde warme Gerichte zu fairen Preisen an. Auch vegetarische Alternativen sowie Kaffee und Kuchen standen zur Auswahl. Fast tradtionell gab es Abendprogramme: am Montag wurde Bingo gespielt. Dienstag veranstalteten Melli und Jan ein Bahnengolfquiz. Beide Punkte wurden gut angenommen. Am Mittwoch wurden die Meisterschaften von der DCV-Präsidentin Sarah Böse und Vertretern aus Sport und Politik eröffnet. Die Nationalhymne wurde passend zum Veranstaltungsort von einer Bergmannskapelle gespielt. Als Snack gab es Currywurst und eine vegetarische Alternative.

Sensationelle Leistungen und viel Spannung

Ab Donnerstag, 8 Uhr, stand der sportliche Aspekt im Mittelpunkt und bereits in Runde 2 gab es die erste Sensation: Michel Zazzi spielte eine perfekte Runde: 18 Schläge auf 18 Bahnen! Dieses Kunststück wurde seit über 20 Jahren nicht mehr auf der Vogelheimer Anlage in einem offiziellen Turnier erzielt. Insgesamt pulverisierte er den bestehenden Bahnenrekord und benötigte für vier Runden nur 80 Schläge. Sensationell! Michel dominierte mit seiner Leistung das Herrenfeld und gewann die Deutsche Meisterschaft mit einem Vorsprung von 9 Schlägen. Und das auf nur acht gespielten Runden, da das große Teilnehmerfeld, vor allem aber auch diverse Regenunterbrechungen an Tag zwei und drei zu einer Verkürzung des Turniers führten. Eine Finalrunde gab es in diesem Jahr nicht. Vizemeister bei den Herren wurde Timo Glaser vom MC Schriesheim, vor Dustin Raffler (1. Essener CGC Blau-Gold). Bei den Damen war die Entscheidung deutlich knapper und vor allem dramatischer. Nach acht Runden gab es einen Gleichstand zwischen Stefanie Tomkowitz und Melanie Willfroth (beide CGV Hamm). Das Stechen endete ausgerechnet an Bahn 3 mit einem Fehlschlag von Stefanie zugunsten Melanies, die sich mit ihrem Ass zur Deutschen Meisterin krönte. Platz 3 ging an die frühere Vogelheimerin Marlene Tietz (MSK Neheim-Hüsten). Auch in den beiden Alterskategorien der männlichen Senioren musste nach acht Runden gestochen werden. Bei den Senioren I konnte Markus Kuntermann (CGV Hamm) das Stechen am Tunnel für sich entscheiden, nachdem Marcus Rade (VfB Osnabrück) das Hindernis nicht mit dem ersten Schlag überwinden konnte. Bronze in der Alterskategorie gewann Jan Knoblauch (BGSC Gut Schlag Gladbeck). Dauerbrenner Udo Sternemann vom BGSV Castrop gewann den Deutschen Meisterschaftstitel der Senioren II mit zwei Schlägen Vorsprung. Um Platz 2 musste gestochen werden, wobei es sich um das kürzeste der drei Stechen handelte. Am anspruchsvollen Käfig gelang dem Waldshuter Karlheinz Gerwert ein Ass. Sein Mannschaftskamerad Bernard Kreutter hatte das Nachsehen und belegte damit Platz 3. Bei den Seniorinnen I gewann Nicole Warnecke die Goldmedaille, vor Jenifer Warnecke (beide 1. BGC Wolfsburg). Platz 3 und damit eine Bronzemedaille sprang für Marion Zazzi heraus (1. Essener CGC Blau-Gold). Ihre Mannschaftskameradin Anita Stamm siegte in der Alterskategorie II mit deutlichem Vorsprung vor Veronika Dietzel (MGC Felderbachtal) und Cobigolf-DM-Neuling Ingrid Mayr (MGF Waldshut). Auch die Jugend war mit von der Partie. Mika Grajek gewann in der Alterskategorie Schüler die Goldmedaille und wurde nach der vorletzten Runde mit Standing Ovations empfangen, nachdem dem jungen Herren eine tolle 24er Runde gelang. Eine 24 gelang auch dem Deutschen Jugendmeister Max Hartkorn und sich gegen seinem Grötzinger Mannschaftskameraden Lucas Rastetter durchsetzte. Bei der weiblichen Jugend konnte sich die blau-goldene „Heimspielerin“ Wiebke Peithmann gegen Anna-Lena Gut vom MGF Waldshut durchsetzen.

Blau-Gold ist wieder Deutscher Meister!

Eine Steigerung über das Turnier hinweg war bei der Sankt Augustinerin zu erkennen, die mit ihren Ergebnissen auch einen wichtigen Beitrag für die Essener Damenmannschaft leistete: Ihre Ergebnisse mussten nur zweimal gestichen werden. Am Ende reichte es nicht für einen weiteren Meisterschaftstitel. Die Essener Damen belegten den zweiten Platz. Die Dominanz der Hammer Damen konnte auch in diesem Jahr nicht gebrochen werden, die mit einer Person weniger antraten, ihren Stiefel aber gewohnt souverän runterspielten und verdient den Meisterschaftstitel gewinnen konnten. Die Bronzemedaille ging an die Damenmannschaft des CGC Blau-Gelb Grötzingen. Große Freude herrschte bei den Essener Herren, denen einen Kantersieg bei den Herrenmannschaften gelang. Mit über 50 Schlägen Vorsprung konnte man die Deutsche Meisterschaft für sich entscheiden. Ein Coup gelang dem BGV Bergisch Land, die sich gegen das Team des CGV Hamms durchsetzen konnten. Die größte Konkurrenzdichte herrschte bei den Seniorenmannschaften. Neun Mannschaften nahmen teil. Mit nur sieben Schlägen Vorsprung konnten die Neucobigolfer des VfB Osnabrück ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Der BGV Bergisch Land belegte auch in dieser Kategorie den zweiten Platz. Mit großen Hoffnungen war die Seniorenmannschaft des MGF Waldshut angereist. Leider musste ihr Hoffnungsträger Ralf Schmidt-Hess noch vor Turnierbeginn aus privaten Gründen abreisen, weshalb man die Aufstellung anpassen musste. Trotzdessen konnte ein beachtlicher dritter Platz erreicht werden.

Danke! Und bis bald!

Die Ergebnisse zum Turnier findet man in detaillierter Form hier (externer Link). Das Fest der Cobigolfer ging damit zuende und war erneut ein voller Erfolg. Was in Erinnerung bleibt sind neben den tollen Leistungen auch die vielen angenehmen Momente und Gespräche, die man zusammen erlebt hat. An dieser Stelle möchten wir uns als Ausrichter auch noch einmal bei den vielen Helfenden bedanken. Es ist toll, dass man sich in dieser Gemeinschaft auch über die Vereinsgrenzen hinweg unterstützt und aufeinander zählen kann. Unser Dank gilt auch der Turnierleitung sowie dem Schiedsgericht. Dank euch konnte das Turnier reibungslos durchgeführt werden.

Im nächsten Jahr werden die Deutschen Meisterschaften durch den CGC Blau-Gelb Grötzingen ausgerichtet. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.