Nachtrag – Am 4. Mai trafen sich die fünf Landesligisten der nordrhein-westfälischen Landesliga zum zweiten Spieltag bei der Zweitbesetzung des VfB Osnabrücks. Für die Kurzbahnspezialisten vom 1. Essener CGC Blau-Gold stand erneut ein Spieltag auf langen Minigolfbahnen an. Lang war auch die Anreise zum Auswärtsspiel. Die Anlage des Teams aus Niedersachsen, die mit einer Sondergenehmigung am NBV-Spielverkehr teilnehmen, ist von Essen aus etwa 140 km entfernt. Für die beiden Leistungsträger Jan und Konrad Peithmann sind es beinahe 230 km. Löblich, dass sie auch dieses Mal zur Verfügung standen. Nicht mit von der Partie war Dustin Raffler, der mit einem Trainingsrückstand aufgrund eines entführten Minigolfschlägers zu kämpfen hatte. Der Schläger ist wieder da! Auch wieder da war Anita Stamm, die sich extra Urlaub nahm, um zumindest an diesem Spieltag mitspielen zu können. Außerdem stellte der Sportwartstellvertreter Konrad Peithmann Melanie Menzel und Günny Reinhardt für Herbert Adam und Dirk Mühling auf. Beide Senioren waren mit der Entscheidung einverstanden und sollte sich als richtig erweisen – doch dazu später mehr.
Mit Spannung wurde nicht nur erwartet, wie sich die stark veränderte Mannschaft schlagen würde, sondern auch, wie sich der Sieger des 1. Spieltags (Backumer Tal Herten) auf einem fremden Platz schlagen würde. Auch Wanne-Eickel, die ein tolles erstes Spiel bestritten, galt es im Blick zu halten. Die Osnabrücker Heimmannschaft stand nach dem ersten Spieltag, den man in Herten als Vorletzter abschloss, bereits unter Zugzwang.
Minigolfheimspiele sind besonders wichtig
Heimspiele besitzen im Präzisionssport „Minigolf“ einen ganz besonderen Stellenwert. Während beim Fußball Menschenmengen das eigene Team anfeuern, liegt der Fokus der Bahnengolfer auf den 18 Bahnen und ihren individuellen Eigenschaften. Jede Bahn hat ihre Züge und Idealspuren, die sich je nach Temperatur auch verändern können. Spielerfahrungen stellen einen großen Wettbewerbsvorteil dar. Da jede Mannschaft auf ihren Anlagen Vorteile haben sollten, ist eine Top-Platzierung fast schon ein Muss.
Wanne-Eickel bärenstark
Der Sommer naht! Bei warmen Temperaturen wurden bereits die Trainingstage zum Ausdauersport. Die Anlage des VfB Osnabrücks ist über vier Plateaus in einen Hang gebaut worden. Koordination trifft Kondition – immer den Berg hoch, vier Runden lang. Unterstellmöglichkeiten, die vor der Sonne schützen, gibt es kaum. Unbeindruckt davon zeigten sich in der ersten Runde die Sportfreunde aus Wanne-Eickel, die mit der besten Tagesrunde und einem 28,4er Mannschaftsschnitt ein Ausrufezeichen setzen. Chris Kougioumtzidis (27 Schläge), Willi Hettrich (26) und Joachim Fröhner (28) konnten Herbert Ottos 35 streichen lassen. Die Rot-Weißen konnten auch dieses Mal mit sieben Personen und zwei Streichern antreten, da die Schülerin Sonja Knoll erneut mitspielen konnte. Die Gastgeber aus Niedersachsen hatten zwar auch einen zusätzlichen Streicher und das bessere Einzelspielerergebnis in ihren Reihen (Andreas Lindenblatt mit 25 Schlägen), mussten aber eine 32 ins Ergebnis ziehen. Vier Schläge betrug der Abstand auf Platz 1. Weitere vier Schläge dahinter positionierten sich die Blau-Goldenen. Anita Stamm nutzte die Runde um sich warm zu spielen. Ihre 36 wurde gestrichen. Jan Peithmann spielte mit 27 die beste Runde. Michel Zazzi, den man gefühlt nachts wecken, auf eine fremde Anlage stellen und trotzdem ein gutes Ergebnis erwarten kann, spielte eine 29. Herten trat zwar auch mit sieben Personen an, das Ergebnis war allerdings deutlich anders. 164 Schläge brauchte das Team um NBV-Sportwart Thorsten Brille, der mit einer 29 das beste Ergebis seines Teams spielte. Während eine 37 und eine 41 gestrichen werden konnten, musste Klaus Kocks 36 trotzdem in die Wertung gezogen werden, nachdem der Jugendliche Dominik Andrews eine 34 spielte. Auch bei Bad Salzuflen lief nicht viel zusammen. Eine 29 von Michael Kampmann sowie die 33 von Bettina Brökemeier gehörten zu den besseren Ergebnissen. Die reaktivierte Antje Kalkbrenner spielte eine 36. Der Abstand auf Herten betrug allerdings nur vier Schläge.
Wanne-Eickel baut Vorsprung aus. Essen konstant
Den Rot-Weißen aus Wanne-Eickel gelang es, ihren Vorsprung auf die Hausherren um drei weitere Schläge auf sieben Zähler zu vergrößern. Herbert Otto verbesserte sich um neun Schläge (26 Schläge) und spielte zusammen mit Joachim Fröhner (29) die besten Runden. Doch auch die Schülerin Sonja Knoll zeigte ihr Talent (30!) und half tatkräftig dabei, Altmeister Willi Hettrichs 32 sowie Tim Emmendörffers 34 zu streichen. Auch beim Osnabrücker VfB gab die Jugend den Takt an: Hendrik Hoogens 27 war das beste Einzelergebnis. Michael Gohls 22 und Marchel Raschkes 34 konnten gestrichen werden. Blau-Gold benötigte erneut 150 Schläge. Bei immer wärmeren Temperaturen zeigte Anita Stamm ihr Können und spielte genau wie Konrad Peithmann, dem Essener Dauerbrenner, eine 29. Die Einzelergebnisse waren alle nah beieinander, sodass Günny Reinhardts 32 gestrichen werden konnte. Dirk Mühling zollte dem anstrengenden Turnier Tribut und musste krankheitsbedingt das Turnier beenden, wovon glücklicherweise die Mannschaftswertung nicht betroffen war. Auf den letzten beiden Plätzen tat sich nicht viel. Herten gab einen Schlag an Bad Salzuflen ab. Der Abstand auf Platz 3 betrug für die Hertener bereits 26 Schläge. Zwar konnten zwei 36er Ergebnisse gestrichen werden (Markus Allmüller steigerte sich zwar deutlich, gut war es aber trotzdem noch nicht), Ergebnisse im 20er Bereich waren allerdings Fehlanzeige. Ein Ergebnis in diesem Bereich hatte wiederum Bad Salzuflen. Michael Kampmann spielte zum zweiten Mal unter 30 (28 Schläge), trotzdem musste eine 35 Ergebnis gezogen werden, da Dominik Prüßner und Marko Depke ihre Runden nicht besser abschließen konnten.
Essen hellwach und schiebt sich an Osnabrück vorbei
Nach einer geschlossenen Mannschaftsrunde setzten die Vogelheimer in der dritten Runde noch einen drauf, angeführt von zwei starken Frauen: 27 (Anita!), 29 (Melanie!), 29, 29, 31, 31. Die Essener spielten die beste Mannschaftsrunde in Durchgang 3 (145 Schläge) und konnten Platz 2 übernehmen. Osnabrück wiederum ließ kräftig Federn (153 Schläge). Erneut gelang den Gastgebern nur eine Runde unter 30 Schlägen, erneut musste der Hendrik Hoogen als Jugendlicher eine Führungsrolle übernehmen (29 Schlägen). Wanne-Eickel blieb sich seiner 146 treu. Ralf Sawatowskis benötigte nur 27 Schläge. Joachim Fröhner blieb auch in der dritten Runde unter 30 Schlägen (28)! Die 32 von Tim Emmendörffer wurde gestrichen. Ein Luxus, von dem man am unteren Tabellenende nur träumen konnte. Doch Herten tat alles daran, nicht mehr dazu zugehören und spielte nach zwei Runden über 160 Schlägen eine tolle 146er Mannschaftsrunde. Gleich vier Ergebnisse unter 30 gelangen den Sportfreunden des BGV, besonders Thomas Bahr und David Ott wussten mit jeweils 28 Schlägen zu überzeugen. Das Ergebnis war ein Nackenschlag für Bad Salzuflen, sie sich noch verschlechterten und mit einem Mannschaftsschnitt von 34,6 Schlägen die schlechteste Mannschaftsrunde des Tages spielten. Drei Ergebnisse über Schnitt (Antje Kalkbrenner, Bettina Brökemeiner, Petra Lässig) standen zwei 32er Runden gegenüber (Dominik Prüßner, Marko Depke) – zu wenig für die Landesliga – der Abstand erhöhte sich zur letzten Runde auf 30 Schläge. Das Erreichen des ersten Punkts wurde zur Mission Impossible.
Wanne-Eickel mit Auswärtssieg
An der Tabellenspitze tat sich nichts mehr. Nach überzeugendem Auftritt konnte Wanne-Eickel den Auswärtssieg, nach einer abschließenden Mannschaftsrunde von 145 Schlägen, perfekt machen. Die Rot-Weißen vom MGC stellten mit Joachim Fröhner (114), Ralf Sawatowski (116) und Willi Hettrich (117) drei der besten sechs Einzelspieler des Spieltages. Ausgerechnet in der letzten Runde stolperten die Essener über ihre eigenen Schläger und brachen ein. Mit 156 spielten sie die schlechteste Teamrunde. Günny Reinhardts 38 konnte gestrichen werden, Melanie Menzels 35 musste rein. Da half auch Anita Stamms tolle 28 nicht mehr, da der Rest dreimal 31 Schläge benötigte. Am Schluss verspielte man so gänzlich knapp Platz 2, den man an die Heimmannschaft abgeben musste. Anlagenspezialist Peter Dettmer drehte noch einmal auf (27) und auch Andreas Lindenblatt sorgte für eine grüne Runde (29 Schläge). Letztgenannter spielte das zweitbeste Einzelergebnis (116) des Tages. Schade: am Schluss fehlten den Blau-Goldenen nur vier Schläge zur geteilten Punktewertung. 25 Schläge hinter dem CGC landete die Zweitvertretung des BGV Backumertal Herten. Markus Allmüller verbesserte sich ein drittes Mal und konnte mit einer 28 seinen Frieden mit der Anlage schließen. Die letzte Bad Salzuflener Runde könnte man als Trotzreaktion werten. Eine ganz tolle 147er Mannschaftsrunde stand unter dem Strich, womit man 7 Schläge Rückstand abbauen konnte. Marko Depkes Turnierverlauf glich dem vom Markus Allmüller: eine stetige Verbesserung führte ihn zu einer Schlussrunde von 27 Schlägen. Auch Dominig Prüßner gelang zum Abschluss noch eine 28. Am Schluss sollten der Abstand trotzdem 23 Schläge betragen. Auch aus Osnabrück nehmen die Ostwestfalen keine Punkte mit in die Heimat.
Dritter Spieltag in Wanne-Eickel
Der dritte Spieltag wird beim Tabellenführer aus Wanne-Eickel am 18. Mai ab 9 Uhr ausgerichtet. Hier können die Rot-Weißen einen großen Schritt Richtung Meisterschaft nehmen, sollte ihnen ein Heimsieg gelingen. Der größte Druck dürfte vermutlich auf den Ostwestfalen aus Bad Salzuflen liegen, die nun dringend Punkte benötigen, um den Abstand zum rettenden Ufer zu reduzieren.
