Der abschließende Spieltag der Landesliga-Saison 2025 wurde am vergangenen Wochenende in Essen-Vogelheim ausgetragen. Nach einem verregneten und dadurch verkürzten Spieltag in Bad Salzuflen war die Messe an der Tabellenspitze bereits gelesen: die Aufsteiger vom MGC Rot-Weiß Wanne-Eickel standen bereits vor dem finalen Spieltag als Meister fest. Ab Platz 2 wurde es allerdings spannend. Mit zwei Punkten Vorsprung lag die Zweitvertretung des BGV Backumertal Herten auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von dem Gastgeber des Spieltags aus Essen. Das Vogelheimer Team hatte beste Karten noch an Herten vorbei zu ziehen, da beide Teams zu diesem Zeitpunkt schlaggleich waren. Die beiden anderen Teams sollten nicht mehr in den Kampf um das Treppchen eingreifen können. Ganz im Gegenteil: beide Mannschaften waren vom Abstieg bedroht. Die Ostwestfalen aus Bad Salzuflen kämpfte sich durch einen Sieg im Heimspiel wieder an das rettende Ufer heran. Der Abstand auf den Vorletzten aus Osnabrück betrug nur noch zwei Punkte. Allerdings hatte der MGC eine Hypothek von zusätzlich 46 Schlägen aufzuholen. Der verkürzte vierte Spieltag verhinderte die Möglichkeit, Schläge gut zu machen. Ein Kraftakt wurde benötigt. Entweder musste der VfB eine unterirdische Leistung an den Tag legen oder Bad Salzuflen musste mindestens zwei Plätze vor und damit vier Punkte mehr als Osnabrück erzielen. Doch auch für diesen Spieltag standen die Zeichen nicht gut. Die Wettervorhersagen waren im warsten Sinne des Wortes düster. Noch am Samstag vor dem Turnier wurde Regen angekündigt – viel Regen!
Obschiedsrichter – we want you!
Die Organisation eines Spieltags oder eines Pokalturniers kann anstrengend sein. Die Anlage muss auf Vordermann gebracht, Startpläne müssen erstellt, die Verpflegung gesichert, und die Mannschaft bespaßt werden. Ein eher kleines Doing stellt die Organisation des Schiedsgerichts dar. Während der 1. Essener CGC Blau-Gold in der komfortablen Lage ist und vier(!) Oberschiedsrichter in den eigenen Reihen hat, stellt diese Frage andere Vereine vor großen Herausforderungen. Schiedsrichter? Ich? Und das in einem „fremden“ System, an einem Ort, an dem man mit zwei Schlägen entweder eine 1, 2 oder 3 aufgeschrieben bekommen kann? Und bei Regen? Am Schluss hat’s dann doch wieder die Heimmannschaft übernommen. Dustin Raffler hat sich voller Vertrauen in seine Mannschaft selbst aus selbiger genommen, um sich spielfrei ganz der Zusatzaufgabe widmen zu können. Handtücher lagen und Wasserschieber standen bereit – eine notdürftige Plane wurde für die Papier-Ergebnislisten gebastelt, der Regenschirm lag griffbereit. In der Turnieransprache wies der Oberschiedsrichter darauf hin, dass man zügig in die Runden starten solle, um möglichst viel spielen zu können. Wasser marsch! Oder etwa nicht?
Start wie geplant um 9 Uhr
Um Punkt 9 Uhr konnte das Turnier gestartet werden. Der Himmel wirkte zu dem Zeitpunkt bedrohlich grau, das Wetter drückte, aber die Anlage blieb trocken. Für die Essener sollten es Herbert Adam, Konrad Peithmann (he’s back!), Anita Stamm, Dirk Mühling, Michel Zazzi sowie Jan Peithmann richten. Die erste Runde verlief nach Plan. Mit einem Mannschaftsschnitt von 25,8 Schlägen (insg. 129) übernahm man direkt die Führung und konnte dem Zweitplatzierten bereits 9 Schläge abnehmen. Nachdem sie auf dem Monta-Pokal mit Startproblemen zu kämpfen hatte, war Anita Stamm direkt hellwach und spielte eine 23. Michel Zazzi benötigte 24 Schläge, sodass Dirk Mühlings 29 getrost gestrichen werden konnte. Auf Platz 2 lag der VfB Osnabrück mit 138 Schlägen und sorgte für noch größere Sorgenfalten beim MGC Bad Salzuflen. Andreas Lindenblatt spielte eine gute 25er Runde. Hartmut Werfts 27 war bereits das zweitbeste Ergebnis. Der Rest war sich weitestgehend einig, sodass eine 37, die aus der Rolle fiel, mühelos gestrichen werden konnte. Einen Schlag hinter Osnabrück platzierte sich Herten. Ohne David Ott (noch ein spielfreier Schiedsrichter) übernahm Vater Norbert das Zepter und spielte eine 25. Auch Kai Karpa nahm erneut eine Führungsrolle ein und spielte eine 26. Die 32 von Harald Weiss, der aufgrund seines Wagens, des ADACs, diversen Telefonaten und Gesprächen den Kopf wo anders hatte und mit fremden Material spielen musste, konnte gestrichen werden. Dennis Brillats 31 fand ihren Weg allerdings ins Ergebnis, da Herten ohne Jugendlichen antrat, der eine Wertung mit einem zweiten Streichergebnis hätte verhindern können. „Willst du Wanne unten sehn, musst du die Tabelle umdrehen“, hätte es die Saison über häufig heißen können. Doch in diesem Fall war das gar nicht nötig: auch nur zu sechst angetreten, spielten die Rot-Weißen eine schwache Auftaktrunde (144 Schläge). Gleich drei Ergebnisse über 30 mussten sie verkraften, einzig Routinier Willi Hettrich wusste mit seiner 25 den Kurs zu halten. Herbert Ottos 35 wurde gestrichen. Auch der MGC Bad Salzuflen musste drei Ergebnisse über 30 verarbeiten. Während Antje Kalkbrenners 37 gestrichen wurde, musste Bettina Brölemeiers 36 aufgenommen werden. Positiv waren allerdings die drei anderen Ergebnisse und sorgten für einen Hoffnungsschimmer: Marko Depke spielte eine 24, ähnlich wie Michael Kampmann (26) und Kerstin Klein (27). Trotzdem verlor man auf Osnabrück acht weitere wichtige Schläge. Mission „Klassenerhalt“ impossible?
Vier Teams verbessern sich in Runde 2
Die blau-goldenen Gastgeber bestimmten weiterhin den Takt und verbesserten sich zur ersten Runde um drei Schläge (126). Jan Peithmann spielte eine 23. Vater Konrad und Michel Zazzi benötigten 25 Schläge. Auch Osnabrück und Backumer Tal Herten konnten sich steigern. Osnabrück verbesserte sich um fünf Schläge (133), was keine gute Nachricht für den MGC aus Ostwestfalen war. Andreas Wilke spielte eine tolle 23er Runde. Andreas Lindenblatt brauchte erneut nur 25 Schläge für die Kurzbahnanlage. Dieter Neuhäuser steigerte sich. Seine 32 wurde trotzdem gestrichen. Da sich Herten allerdings um 7 Zähler verbesserte musste sich der VfB den zweiten Platz von nun an mit dem BGV teilen. Nach seiner guten Startrunde lief bei Norbert Ott nicht viel zusammen. Seine 32 fiel dem Rotstift zum Opfer. Dafür steigerte sich Dennis Brillat nach seiner 31er Starterrunde deutlich: 21 Schläge! Nur den Germanenpott, den Hochtunnel und das Waschbecken ließ er aus. Klasse Leistung! Auch in der Wanne-Eickeler Mannschaftsrunde (nur noch 130 Schläge) konnte man ein tolles Ergebnis entdecken. Willi Hettrich geland eine 22. Nachdem Chris Kougioumtzidis‘ 31 gestrichen wurde, musste allerdings mit Heinz Pribyls 30 ein mäßiges Ergebnis aufgenommen werden. Zum Glück wusste auch Herbert Otto sich zu steigern (Amplitude 10! Von 35 auf 25 runter). Der Kampf um Platz 2 war eröffnet, Wanne lag nur drei Schläge hinter den beiden Platzierten Teams aus Herten und Osnabrück. Und Bad Salzuflen? Entgegen der anderen Mannschaften baute man noch weiter ab. Mit 147 Schlägen spielte das Team die schlechteste Mannschaftsrunde des Tages (Ø 29,4 Schläge). Zwar gab es keine Ergebnisse mehr über 36 Schläge – doch auch die guten Ergebnisse blieben aus. So spielten Michael Kampmann und Kerstin Klein mit 27 und 28 Schlägen die besten Runden für die Blau-Weißen.
Bad Salzuflen in höchster Not
In Runde 3 hielt sich der Oberschiedsrichter kurz für ein Murmeltier und erblickte seinen Schatten! Die Sonne kämpfte sich durch die bis dahin dicke Wolkenschicht. Die Luftfeuchtigkeit nahm ab und das Ergebnis kam den Hausherren noch mehr entgegen. Das spiegelte sich auch im Ergebnis wider: eine 120er Mannschaftsrunde sollte das beste Ergebnis des Tages werden (Ø 24,0 Schläge). Jan und Konrad Peithmann waren sich einig und spielten beide eine 23. Auch Herbert Adam spielte ein gutes Ergebnis im dritten Durchgang (24). Bereits 25 Schläge lagen die Heimspieler vor dem zweitplatzierten Team aus Herten. Der BGV konnte sich mit einem guten 25,8er Mannschaftsschnitt (129 Schläge) von dem Verfolgerfeld absetzen und hatte nun selbst neun Schläge Vorsprung auf Platz 3. Kai Karpa und Philipp Lange benötigten beide nur 24 Schläge. Eine 28 von Harald Weiss, der sich das zweite Mal verbesserte, konnte gestrichen werden, da die Mannschaft eine konstante Leistung abrufen konnte. Den dritten Platz hatte Wanne-Eickel eingenommen. Erneut unterstrich Willi Hettrich seinen Wert für das Team (25, genau wie Peter Wallbaum). Heinz Pribyls 34 wurde gestrichen. Einen Schlag hinter Wanne-Eickel musste sich der VfB aus Osnabrück positionieren. Die Top-Ergebnisse fehlten dem Team, das beherzt aufspielte. Peter Dettmer spielte eine 26. Dieter Neuhäuser steigerte sich erneut und spielte eine 27, während Hartmut Werfts 30 gestrichen wurde. Am Tabellenende stand der MGC Bad Salzuflen, der mit den besten Absichten anreiste aber nicht von der Stelle kam. Erneut spielte das Team eine Runde über 140 Schlägen (144). Damit konnte man niemandem gefährlich werden. Michael Kampmann spielte eine 24. Trotzdem mussten zwei der drei Ergebnisse über 30 Schläge ins Mannschaftergebnis aufgenommen werden. Teilen des Teams war der Frust anzumerken.
Essen gewinnt das Heimspiel souverän
Wie an vielen Spieltagen zuvor auch baute der 1. Essener CGC in der letzten Runde erneut ab. Auf Anita Stamm war aber wieder Verlass. Wie in der ersten Runde gelang ihr zum Abschluss eine 23. Michel Zazzi blieb an diesem Spieltag unauffällig und drehte konstant (Amplitude 1) seine Runden (24 zum Abschluss). Herbert Adams 30 wurde gestrichen. Eine 130 zum Abschluss reichte dem 1. Essener CGC allerdings bei Weitem für den Spieltagsieg. Am Schluss betrug der Abstand auf Platz 2 ganze 31 Schläge. Auch ein Blick auf die Einzelspieler kann die Blau-Goldenen positiv stimmen. So spielte Dirk Stamm eine ordentliche 106 und Neuling Alexander Deledda sogar eine beachtliche 102 in seinem dritten Turnier überhaupt (22 in Runde 2 und 24 in Runde 3!). Auch Herten konnte nicht an die Leistung der vorherigen Runde anknüpfen (136 Schläge). Philipp Lange spielte wie Kai Karpa eine 23. Letztgenannter gewann mit seinem Ergebnis die Einzelspielerwertung der Saison knapp vor Jan Peithmann. Eine Menge Luft nach oben ließ der MGC Rot-Weiß Wanne-Eickel mit seiner 142 Abschlussrunde. Willi Hettrich blieb eine vierte gute Runde schuldig und auch vom Rest kam nicht mehr viel. Peter Wallbaum spielte mit einer 27 die beste Runde. Das Turnier lief an Heinz Pribyl vorbei. Seine 32 musste erneut gestrichen werden. So oder so ändert das Ergebnis und der dritte Platz nichts mehr an der Gesamtplatzierung. Der VfB Osnabrück konnte den Ausrutscher nicht ausnutzen. Das Team benötigte sogar noch zwei Schläge mehr (144). Michael Gohl spielte mit einer 26 das beste Ergebnis der Runde. Andreas Wilkes 33 wurde gestrichen. Auch Bad Salzuflen spielte eine 144. Michael Kampmann versuchte die Fahne so gut wie möglich hoch zu halten und spielte mit einem 104er Gesamtergebnis ein gutes Ergebnis. Unter dem Strich konnte der VfB Osnabrück den Ostwestfalen aber erneut 27 Schläge abnehmen.

Ausblick
Das war die Landesliga-Saison 2025. Der MGC Rot-Weiß Wanne-Eickel gewinnt als Aufsteiger die Landesliga-Staffel 1 im Jahr 2025. Gratulation! Die Zweitvertretung des VfB Osnabrück kann erleichtert sein und freut sich über den sicheren Klassenerhalt. Der MGC Bad Salzuflen blieb erneut in der Ferne punktlos – zu wenig für die Landesliga. Schmerzlich werden die Leistungsträger Markus Landwehr, Mathias Schröder und Niklas Schubert vermisst. Wie es nun weiter geht? So richtig weiß das noch niemand. Durch die Auflösung der dritten Liga wird sich einiges in der Ligenstruktur ändern. Mehr Informationen wird es vermutlich erst nach dem 6. überregionalen Spieltag geben.
Anmerkung zur doppelten Streicherregelung
Die Liga erlaubt es Mannschaft seit einigen Jahren, eine siebte Person aufzustellen, wenn ein Mannschaftsteil minderjährig ist. Pro Runde kann das Team dann die zwei schlechtesten Ergebnisse streichen lassen. Hierdurch möchte man Jugendlichen ermöglichen, ohne negative Konsequenzen Erfahrungen im Ligenspielbetrieb sammeln zu können. Der Vorteil, der dadurch entsteht kann gravierende Auswirkungen haben. In der diesjährigen Landesliga hielt sich der jugendliche Einfluss in Grenzen. Insgesamt sind von Wanne-Eickel (4x), Herten (4x) und Osnabrück (1x) Jugendliche eingesetzt worden. Sehr vereinfacht dargestellt und unter der Annahme, dass die aufstellenden Vereine die Jugendlichen nicht eingesetzt hätten zeigt sich im Vergleich, dass durch die Hilfe der Jugend alle drei Mannschaften 13 Schläge über die Saison einsparen konnten.
| Herten | Osnabrück | Wanne-Eickel | Bad Salzuflen | Essen | |
| Herten | 4 | 4 | 4 | 1 | – |
| Wanne-Eickel | 5 | 2 | 4 | 2 | – |
| Osnabrück | – | 13 | – | – | – |
Besonders gravierend war der Einfluss von Hendrik Hoogen für den VfB Osnabrück 2 am zweiten Spieltag. Der talentierte Jugendliche konnte seinem Verein helfen 13 Schläge einzusparen. Dies ging soweit, dass das Team ohne seine Hilfe nicht den Zweiten sondern den dritten Platz gemacht hätte. Auswirkungen auf den Abstieg Bad Salzuflens hatte der Einsatz aber keinen, da in der regulären Abrechnung vier Punkte (ohne Streicher zwei Punkte) zum Gleichstand fehlten. Die Schlagdifferenz hätte weiterhin ein deutliches Gewicht gehabt.
| Punkte mit doppeltem Streicher | Schläge mit doppeltem Streicher | Punkte ohne Jugendlichen | Schläge ohne Jugendlichen | |
| Wanne-Eickel | 32 | 2710 | 32 | 2723 |
| Essen | 24 | 2724 | 26 | 2724 |
| Herten | 24 | 2755 | 24 | 2768 |
| Osnabrück | 12 | 2896 | 10 | 2909 |
| Bad Salzuflen | 8 | 2969 | 8 | 2969 |
