Nachtrag – Am 18. Mai wurde der dritte Spieltag der Minigolf-Landesliga ausgetragen. Die fünf Teams der ersten Staffel traten ihre Reise zur Anlage der Mannschaft der Stunde, dem MGC Rot-Weiß Wanne-Eickel, an. Eine Besonderheit stellten die 18 Bahnen des Sportplatzes im „Fun Park“ dar: wurden die ersten beiden Spieltage noch auf Beton-Minigolfanlagen gespielt, stand nun das anspruchsvolle Filzgolf-System an. Die knifflige Anlage zeichnet sich vor allem durch sogenannte „Einschlagbahnen“ aus, womit Bahnen gemeint sind, die nur von ganz hinten, dem offiziellen Abschlagfeld, gespielt werden dürfen. Dann heißt es: alles oder nichts. Fehlschläge führen die Spielenden nicht näher zum Ziel, sondern ein perfekter Schlag wird zum Meistern der Bahnen gefordert.
Vorschau auf 3. Spieltag
Nach einem guten zweiten Platz in Herten sowie einem Auswärtssieg in Osnabrück ging der Tabellenführer aus Wanne-Eickel mit breiter Brust ins Heimspiel. Doch noch vor zwei Jahren offenbarten die Hausherren in der unterklassigen Bezirksliga eine Heimspiel-Schwäche, welche unter anderem von den Blau-Goldenen aus Essen-Vogelheim genutzt werden konnte. Sollte der Auswärtscoup auch an diesem Wochenende gelingen? Auch die Sportfreunde des BGV Backumer Tal Herten planten Großes. Nach dem enttäuschenden vierten Platz in Osnabrück sollte der Spieltag richtungsentscheidend für die zweite Hälfte der Saison sein. Am anderen Ende der Tabelle waren die Teams aus Osnabrück und Bad Salzuflen zu finden. Besonders die Ostwestfalen standen unter großem Druck. Nach zwei Spieltagen konnte noch immer kein einziges Pünktchen gewonnen werden.
1. Runde: Essen und Wanne-Eickel gleichauf
Wer am Vortag noch sagt, dass er ungerne schiedsrichten möchte, es aber nicht explizit verneint, muss damit rechnen, als Oberschiedsrichter aufgestellt zu werden. Und so kam es, dass das Turnier am Sonntag von Dustin Raffler um 9 Uhr gestartet werden konnte. Von den sommerlichen Temperaturen der Vortage war nichts mehr zu merken. Die Spielenden mussten an einigen Bahnen improvisieren, da sich die Eigenschaften des empfindlichen Ballmaterials mit jedem Grad Unterschied verändern. Ein Vorteil für die Gastgeber, die in der Lage sind, einen solchen Faktor durch Erfahrung egalisieren zu können. Nach der ersten Runde zeichnete sich ein zu erwartendes Bild ab: Wanne-Eickel übernahm die Führung. Doch Obacht: schlaggleich musste sich der Platz mit den Essenern geteilt werden. Im Schnitt benötigten die Spielenden der Teams 32,8 Schläge für die 18 Bahnen. Herausragend war Jan Peithmanns Runde, der nur 26 Schläge benötigte und direkt die beste Einzelrunde des Tages spielte. Günny Reinhardts 40 konnte gestrichen werden. Neben dem Heimvorteil konnte Wanne-Eickel zusätzlich noch von einem weiteren Streicherergebnis profitieren, da die talentierte Schülerin Sonja Knoll erneut mitwirkte, und in der ersten Runde dabei half, eine 51 und eine 38 streichen lassen zu können (Herbert Otto, Willi Hettrich). Eine große Lücke von 19 Schläge tat sich zum Drittplatzierten aus Herten auf, die auch mit einem Jugendlichen antraten, aber vier schwarze Ergebnisse über 40 Schlägen zu verarbeiten hatten. Am Ende duellierten sich Bad Salzuflen und Osnabrück, wobei die Letztgenannten die Nase knapp vorne hatten (einen Schlag Vorsprung). Es sollte die schlechteste Mannschaftsrunde des Tages sein, die der MGC Bad Salzuflen spielte. Jeder der fünf gewerteten Spielenden benötigte im Schnitt 41 Schläge. Nur Bettina Brökemeier und Detlef Klein gelangen Ergebnisse unter 40 Schlägen (37, 36).
Runde 2: Essen stolpert, Wanne-Eickel profitiert
Die zweite Runde verschliefen die Essener. Während sich alle Teams steigern konnten, verschlechterten sich die Blau-Goldenen um 14 Schläge und mussten die Tabellenführung an die Hausherren abgeben. Jan Peithmann musste eine Amplitude von 10 Schlägen verschmerzen (36 Schläge) und Herbert Adams Fehlstart in die Runde erwies sich als zu große Hypothek (47). Günny Reinhardts 41 musste gewertet werden. Die Akteure aus Wanne-Eickel spielten durchweg konstanter und nahmen den Essenern so zehn Schläge ab. Nur grüne Ergebnisse unter 36 Schlägen wurden erzielt, sodass man sich in der luxoriösen Situation befand, nur zwei 35er Ergebnisse streichen zu müssen. Auch Herten konnte sechs Schläge aufholen, verblieb aber auf Platz 3. Harald Weiss 41 floss ins Ergebnis, da Dominik Andrews 49 und Dennis Brillats 42 zuvor gestrichen wurden. Die Zweitvertretung des VfB Osnabrück spielte eine passable Runde (36,6 Schläge im Schnitt) und konnte sich ein Polster auf den Letzplatzierten aus Bad Salzuflen erspielen, bei denen Marko Depke mit einer 33 noch Schlimmeres verhinderte. Nichtsdestotrotz betrug der Abstand bereits zu diesem Zeitpunkt 16 Schläge zum ersten Punkt der Saison.
Bad Salzuflen nach drei Runden in Not, Essen stabilisiert sich
Die Essener zeigten sich unbeeindruckt von der zweiten Runde und konnten im dritten Durchgang an die Leistung von Runde 1 anknüpfen. Fünf gewertete grüne Runden erzielten die Vogelheimer. Herbert Adams 38 wurde gestrichen. Jan und Konrad Peithmann waren sich einig und benötigten nur 32 Schläge. Wanne-Eickel spielte allerdings die beste Runde des Tages (163 Schläge) und nahm den Cobigolfern aus Vogelheim erneut zwei Schläge ab. Zwar musste eine 38 ins Ergebnis genommen werden, dafür gelang Neuzugang Heinz Pribyl allerdings eine zauberhafte 29 und drückte so das Rundenergebnis, das auch von Tim Emmendörffers guter 31 unterstützt wurde. Mit 12 Schlägen Vorsprung vor dem letzten Durchgang stellte man sich die Frage: “war’s das etwa schon”? Herten steigerte sich ein zweites Mal in Folge, konnten aber nicht an die Essener Runde heranreichen. Mit je 32 Schlägen spielten Harald Weiss und Kai Karpa die besten Resultate der Hertener Mannschaftsrunde. Auch den Bad Salzuflenern gelang mit 195 Schlägen eine zweite Verbesserung und die erste Runde unter 40 Schlägen pro Person. Marko Depke verpasste eine blaue Runde nur knapp (31 Schläge!) und auch Dominik Prüßner ließ seine Qualität aufblitzen (34). Man konnte den Abstand auf Osnabrück um fünf Schläge reduzieren, denen diese Runde keine grüne Runde gelang. Trotzdem stellte man sich auch hier die Frage: “war’s das schon” oder sollte es noch einmal spannend werden?
Essen mit gutem zweiten Platz in der Ferne
Die Ostwestfalen verbesserten sich in der letzten Runde zum dritten Mal und spielten mit einer 190 ihre beste Mannschaftsrunde, konnten damit allerdings den Niedersachsen aus Osnabrück nicht gefährlich werden. Marko Depke spielte eine dritte grüne Runde (35) und auch Kerstin Klein konnte sich gegenüber ihrer vorherigen Runden sehr steigern (ebenfalls 35). 0 Punkte nach drei Spielen – qualitativ scheint das Team aus Bad Salzuflen nach dem namenhaften Abgängen im Winter aktuell nicht stark genug für die Landesliga zu sein. Osnabrück rettete zwei Punkte. Peter Dettmer spielte mit einer 31 eine tolle Runde und auch Andreas Lindenblatts gelang mit 34 Schlägen eine grüne Runde. Für einen Klassenerhalt der Osnabrücker spricht vieles. Bereits 10 Punkte liegt man vor dem MGC. Zwar steht noch der Spieltag in Bad Salzuflen an, doch dass den Ostwestfalen auch eine Top-Platzierung in Essen gelingt, scheint unter den aktuellen Bedingungen unwahrscheinlich zu sein. Die Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Teams und den restlichen Vereinen macht die Schlagdifferenz sichtbar. Etwa 80(!) Schläge vor Osnabrück landeten die Roten aus Herten auf Platz drei. Vor allem die beiden Zugpferde Philipp Lange und Kai Karpa, die die dritt- und viertbesten Einzelergebnisse des Gesamtfeldes spielten, war die Leistung zu verdanken. Nach drei tollen Runden verspielte David Ott auf den letzten Bahnen ein gutes Endergebnis. Seine 42 musste gestrichen werden, wodurch aber auch der zusätzliche Jugendstreicher zum Einsatz kam, da sich Dominik Andrews steigerte (38 Schläge). Essen konnte den Gastgebern in der letzten Runde nicht mehr gefährlich werden. Da half auch nicht die 33 des Mann des Tages: Jan Peithmann (insg. nur 126 Schläge). Michel Zazzi spielte ein sehr konstantes Turnier und sparte sich fast alle Fehler für seine letzte Runde auf (45 Schläge). Mannschaftsdienlicher geht es gar nicht 😊. Die Hausherren aus Wanne-Eickel durften sich über einen perfekten Start-Ziel-Sieg freuen. Ein Durchmarsch in die nächsthöhere Liga ist zum Greifen nahe. Sollte Essen alles gewinnen, reichen den Rot-Weißen auch zwei zweite Plätze in den ausstehenden Spielen in Bad Salzuflen und Essen zur Qualifikation zur Aufstiegsrunde.
Ausblick auf den vorletzten Spieltag
Der nächste Spieltag führt die Teams nach Bad Salzuflen. Mit Spannung wird erwartet, ob die Ostwestfalen ihren Heimvorteil in Gänze ausspielen können und ein Entscheidungsspiel in Essen um den Klassenerhalt forcieren können. Auf der anderen Seite könnte es auch bereits um die Meisterschaft eine Vorentscheidung geben, wenn die Sportfreunde aus Wanne-Eickel an den vorherigen Leistungen anknüpfen können und Herten sowie Blau-Gold patzt.
